Lichthof

Erholungsraum. Gäste - und Seminarhaus mit Café und Bazaar

Neuigkeiten

Bazar:

mit offenem Hof & Ohr

Sa. 14 - 18 Uhr (ganzjährig)

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Behandlungsraum:

Klangbehandlung von Steffi

immer Dienstags

energetische Behandlung von Helga

immer Mittwochs

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offener Meditationstreff

18.10. 18:30 - 20:30 Uhr

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offener Behandlungstreff

25.10. ab 18:30 Uhr

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Lerne vedische

Feuerzeremonie von Srila

28.10. 15 - 19 Uhr

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Ahnenarbeit zu Samhain

mit Srila

31.10. - 1.11.

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Learn about Yoga

von Vijay Gopala / Indien

03. - 05.11.

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Das Erbe antreten, den eigenen Weg gehen

Ein Erbe kann man annehmen, man kann es aber auch ablehnen.

 

Bara hat mir all ihre beweglichen und unbeweglichen Güter anvertraut und damit vor allem Eines: ihr Lebenswerk, den Lichthof. Meine Mutter hat mich damit nicht nur umfangreich beschenkt, sondern auch spirituell vor eine große Verantwortung und praktisch vor einen schier unendlichen Arbeitsberg gestellt. Ihr Erbe anzutreten, stand für mich nie in Frage. Weil ich ihr Andenken ehren will und der Lichthof meine heißgeliebte Heimat ist - als Familiensitz und spirituelles Zentrum.

 

Ich war elf, als meine Eltern der Mietwohnung mit Balkon entkommen und einen alten Hof mit großem Garten als zu Hause suchen wollten. Sie hatten dafür eigentlich kein Geld, aber eben einen Traum. Beide waren auf dem Land aufgewachsen, bei den Grünen und wollten zurück zum Ursprung. Ich wollte das auch - auch wenn das für mich bedeutete, meine beste Freundin zurückzulassen und vom Stadtraum in die Einöde zu ziehen. Wir haben ein paar Höfe angeschaut, doch nur dieser war für uns alle Drei Liebe auf den ersten Blick. Obwohl das ehemalige landwirtschaftliche Anwesen stark renovierungsbedürftig war. Der Garten hatte viele Obstbäume und sein Rasen war voll Löwenzahn. Als ich da stand, leistete ich einen Schwur: „Wenn wir Dich bekommen, werde ich immer auf Dich aufpassen!“

 

Kaum lebten wir eins mit Mutter Natur und hatten gelernt, daß man auch aus Unkraut Köstlichkeiten zaubern kann, unsere Schafe zu scheren und aus deren Fell Wolle zu spinnen, traten auch die natürlichen Heilungswege dieser Erde in unser Leben. Mit Hilfe des Clans. Meine Oma entdeckte die Bachblüten und mit deren Hilfe hörte ich auf, Nägel zu kauen. Heilpädagogin Bara war begeistert und studierte die Blütenmedizin. Meine Tante und mein Onkel lernten die Engländerin Anne, mit ihr das Handauflegen kennen und nahmen mich mit 14 bei einem meiner Besuche im Allgäu zu einem Heilkreis mit. Zurück zu Hause musste ich Mama zeigen, wie das geht. Sie war tief beeindruckt und ging sofort bei Anne in die Lehre. Bald lud sie Freunde zu Heilkreisen in unser Haus. Sie legte das „Commitment“ ab, ihr ganzes Leben in den Dienst der Heilung zu stellen.

 

Bara war ihr Versprechen hochheilig. Bei einem Vollmondritual hatte sie eine Idee: sie wollte aus unserem Hof ein „Zentrum für Heilung“ machen. So reiste sie nach England, denn da gab es sowas schon. Auf ihrer spirituellen Recherche hatte sie die Unterstützung des Clans: ihre Eltern hüteten den Hof; Mann, Kind, Schwestern und Schwager begleiteten ihre Visionssuche in Glastonbury. Wir spürten in Chalice Well nach, erforschten Kornkreise, wandelten auf den Lay Lines, sehnten bei Sonnenuntergang am Tor Avalon herbei und schliefen auf Matratzenlagern eines „Healing Center“. An Lammas 1991 machte Bara hier eine schamanische Zeremonie, damit sich ihr Traum realisieren konnte.Mein Onkel gab dem Kind seinen Namen: Lichthof. Zurück zu Hause begannen die Vorbereitungen.

 

An meinem 18. Geburtstag legte ich um Mitternacht die Tarotkarten, besuchte morgens die Schule, am Nachmittag Bara und Clan in einem Schwitzhüttencamp bei Nürnberg und feierte Abends mit meinen Freundinnen in der Disco. Mama plante schon ihr erstes eigenes Schwitzhüttencamp mit ihren Freundinnen. Drei Monate später eröffnete sie den Lichthof mit einem Planetenspiel, das mir so peinlich war, dass ich mich im Haus verkroch. Als ich 20 wurde, hatte Bara sich als Heilpädagogin selbstständig gemacht, feierte die Jahreskreisrituale und erarbeitete gerade das erste Veranstaltungsprogramm. Ich hatte mit Hilfe der Bachblüten mein Abi geschafft und durch Globuli meine Regelprobleme gelöst. Nun wollte ich nur Eines: Nix wie weg in die weite Welt. Ich wollte in der Großstadt das Leben in all seinen Facetten kennenlernen und darüber berichten. Ich zog nach Berlin, studierte die Weltliteratur, wurde Journalistin, TV-Produzentin und lernte weit mehr von diesen Facetten kennen, als mir lieb war.

 

Baras Vision gedieh, ihre Heilkraft war enorm und half vielen Menschen, die schon aus ganz Deutschland in den Lichthof kamen. Nun wollte sie mehr Facetten der Heilung kennenlernen. So lud sie Dozenten für alternative Methoden ein, ihr Wissen an sie selbst und ihre Gefährten weiterzugeben. Um immer mehr zu lernen, reiste sie auch. Viele profitierten davon, auch ich. Bara lernte die "Lomi Lomi" aus Hawai und massierte meinen Panzer weg; sie absolvierte eine dreijährige Ausbildung in "TCM" in Brandenburg und kehrte nach jedem Seminarwochenende bei mir in Kreuzberg ein; sie lernte in Heiligenfeld die "Cranio" und stoppte mein Kopfkino in Sekundenschnelle, erforschte die "Akkupressurmassage" in Thailand und behandelte meinen fernsehverspannten Rücken; sie reiste nach Österreich, um die Muskelarbeit der "PI" kennenzulernen und fügte mir Schmerzen zu, um mich aus meinen Mustern zu befreien. Ihr neugewonnenes Wissen gab sie immer sofort weiter. Wir sollten lernen, wie wir uns selbst helfen konnten – und anderen.

 

Bara war mir indes weit mehr als nur eine wunderbare Mutter: sie war in beruflichen Fragen mein Coach, meine Heilerin, Lehrerin, beste Freundin, Mentorin und Reiseleiterin. Seit 1999 entführte sie mich jährlich nach Indien. Wir trieben Priester in Pushkar in den Wahnsinn, suchten unter dem Bodhibaum Erleuchtung, genoßen die allabendliche Pooja am Ganges in Varanasi, shoppten für Baras Bazar und relaxten am Strand von Goa. Dort saß Mama neben mir, als Kellner Dipak aus Nepal an meinen Tisch trat und mit ihm endlich die große Liebe in mein Leben. Ich war 36 und nach elf Fernsehjahren völlig ausgebrannt. Es war Bara, die es mir ermöglichte, den Sprung zu wagen, in Asien zu landen und meine Familie zu gründen. Sie unterstützte auch Dipaks und meine Vision: ein eigenes Gästehaus mit Café! Als es in Nepal nicht so recht klappen wollte, sagte sie: „Macht das doch im Lichthof!“.

 

Ab Mitte 2012 lebten wir Drei zusammen, im Juli feierten wir 20 Jahre Lichthof, im Herbst kam hier unser Lichtstrahl zur Welt. Wir freuten uns auf die Zukunft im Mehrgenerationenhaus und Familienunternehmen. Sechs Wochen später brach Bara das erste Mal zusammen. Sie hatte sich so sehr um andere gekümmert, daß sie dabei ganz vergessen hatte, auf sich selbst zu achten. Nun war sie todkrank. Ich kümmerte mich so gut wie möglich um sie. Bald auch offiziell um den Lichthof. Bara behandelte immer noch, sie nahm ihr Commitment wörtlich. Bis zu ihrem letzten Atemzug verbrachten wir jede mögliche Minute miteinander. Mit ihr ist der wichtigste Mensch aus diesem meinem Leben gegangen.

 

Im Mai 2012 hat Bara in einem Brief formuliert: „Was ich mir wünsche ist, daß ich lerne, mich nicht für alles verantwortlich zu fühlen und fähig werde zu Abstand in Liebe und Gelassenheit!" Sie wurde vielleicht abgeholt, damit sich ihr Wunsch auch erfüllen kann, damit sie sich endlich ausruht. Sie hat die Verantwortung abgegeben. An mich als Hüterin des Lichthofs, an ihre Gefährten als Weitervermittler der Lichtarbeit. Darauf wurden wir vorbereitet. Bara hat mir alles an die Hand gegeben, um das leisten zu können und auch meine Arbeit als Produzentin hat mich für diese Aufgabe geschult. Ihre Begleiter hat Bara immer dazu aufgerufen, altes und neues Wissen selbst anzuwenden und weiterzugeben.

 

Ich habe das Erbe in großer Liebe und unendlichem Respekt angetreten: für meine Mutter, für die Heilungswege der Erde, für den Lichthof. Und weil all das eben Bestandteil meiner selbst ist. Ich trete es an, aber ich kann die Heilerin Bara nicht ersetzen. Natürlich kenne ich ihre Methoden. Manche kann ich auch, aber nicht gut (Muskeln dehnen); andere kann ich gut, will sie aber nicht professionell anwenden (Hand auflegen); einige liebe ich und will lernen, sie gut fortzuführen (Schwitzhütte). Aber ich bin keine Heilerin. „Vielleicht noch nicht!“, meint meine Tante. Sicher ist: Mein Leben dient der „Kommunikation und Heilung“. Deshalb möchte ich auf jeden Fall den Hof als Zentrum für Lichtarbeit erhalten, in dem Menschen aus Nah und Fern zusammenkommen und miteinander lernen, zu wachsen. Ich bin zutiefst dankbar über die große Unterstützung von Baras Freunden dabei. Mit Leidenschaft will ich auch den Bazar weiterführen. Dabei werde ich Vieles anders machen, als meine Mutter: ich werde mailen, statt Briefe schreiben; Rechnungen gleich ordnen, statt sie in Kartons zu schmeißen; das Programm einfach auf der Homepage veröffentlichen, statt es liebevoll mit der Hand zu schreiben, hundertfach zu kopieren, zu falten und mit selbstgemalten Bildern zu verschönern.

 

Bei einer anderen Aufgabe hätte ich nie gedacht, Bara vertreten zu können und bin sehr überrascht, daß ich es kann: im Garten! Ich liebe ihn wie am ersten Tag und noch mehr, seit Mama ihn zu einem paradiesischen Park gestaltet hat. Bislang habe ich mich nur damit vergnügt, zu ernten und zu verarbeiten. Nun bereitet es mir auch große Freude, das Grün zusammen mit Mamas Gärtnerlehring Dipak zu hegen. Obwohl ich keinen blassen Schimmer vom Gärtnern habe, weiß ich dennoch meist, was zu tun ist. Wenn Bara nach einem langen Behandlungstag immer noch stundenlang im Garten wühlte und behauptete, das sei Entspannung, habe ich nur verständnislos den Kopf geschüttelt. Nun merke ich, daß die Arbeit mit Mutter Erde wirklich einfach gut tut.

 

Dann gibt es noch etwas, bei dem ich aufpassen muss, es nicht wie Mama zu machen: zu viel arbeiten, zu wenig auf mich selbst zu achten. Ich muss mir fest vornehmen, einfach mal in der Hängematte zu entspannen, auch wenn mir die Äpfel dabei fast auf den Kopf fallen, weil sie noch nicht geerntet sind. Und ich darf es nicht nur beim Vorsatz belassen! Trotz dieses Wissens, erliege ich meist doch dem schier unendlichen Arbeitsberg.

 

Und ich gehe weiterhin meinen ganz eigenen Weg: Mit Baras Unterstützung haben Dipak und ich unsere Vision von einem Gästehaus mit Cafe bereits 2013 auf den Weg gebracht. Nun geht es 2014 endlich los!

 

Man kann ein Erbe antreten, man kann ein Erbe ablehnen. Dabei gibt es kein Entweder – Oder. Manches müssen wir von unseren Verwandten übernehmen, weil es Teil unserer selbst ist; einige ihrer Fähigkeiten müssen wir erst in uns entdecken; anderes dürfen wir ablehnen, weil es uns nicht entspricht; bei Vielem müssen wir darauf achten, es nicht fortzuführen, weil es uns schadet; und gleichzeitig sollten wir unser ganz eigenes Ding durchziehen. Dies gilt nicht nur für mich, sondern auch für Baras Gefährten und deren Lichtarbeit hier oder dort. Und es gilt auch für Dich!

 

 

Von Herz zu Herz, Ira, Tochter und Hüterin des Lichthofs

April 2014