Lichthof

Erholungsraum. Gäste - und Seminarhaus mit Café und Bazaar

ENGLISH: Die Erbauer

21 Jahre hat Bara jeden Besucher hier mit diesem Lächeln empfangen. Am 18.8.2013 hat sie die Welten gewechselt. Ihr Lebenswerk hat meine Mutter mir überlassen, ihren Anteil am Anwesen, den „Lichthof“. Wer nun erstmals hierher kommt, muss von Bara gehört haben, falls er nicht das Vergnügen hatte, sie selbst zu kennenzulernen. Denn ohne ihren Idealismus und ihre Kreativität, Schaffenskraft, Liebe zur Natur, Lebensfreude, Fröhlichkeit, Spiritualität und heilende Energie gäbe es diesen Ort so nicht. Und natürlich gäbe es ohne sie auch nicht mich und meine kleine Familie.

 

Bara war ein außergewöhnlicher Mensch. Sie wollte schon immer die Welt verbessern. Zunächst wollte sie gleich das große Ganze ändern: 1968 war sie in der Schülergruppe einer kommunistischen Partei ganz vorne und mit Feuereifer dabei. Bis sie merkte, daß Fundamentalismus nie der Weg sein kann. Sie besann sich darauf, beim Weltverbessern im Kleinen anzufangen. Sie wurde Kindergärtnerin, dann Kindergartenleiterin. Natürlich eine idealistische! Sie brachte uns z.B. bei, immer zu teilen. Bis heute haben ihre Kindergartenkinder die zwanghafte Eigenschaft, nie eine Tafel Schokolade essen zu können, ohne anderen ein Stück anzubieten. So kam Bara ihrem großen Ziel schon ein Stück näher. Wir sind nun Eltern und geben ihre guten Ideen an die nächste Generation weiter. Den Glauben an die Politik hatte sie noch nicht verloren: sie war eine Grüne der ersten Stunde, kandidierte für den Landtag, bis ihr die grünen, oft ergebnislosen Grundsatzdiskussionen zu bunt wurden. Da wollte sie lieber ihre Hilfe für die Kleinen ausbauen. Sie wurde Heilpädagogin. Fortan half sie in einer Sprachheilschule Kindern weiter, die oft aus schwierigen Verhältnissen kamen.

 

Zur dieser Zeit erfüllte sich Bara, auf dem Land aufgewachsen und in die Stadt verzogen, zusammen mit ihrem Mann einen Kindheitstraum: einen eigenen Hof auf dem Lande. Dieses ehemalige landwirtschaftliche Anwesen von 1860 war stark renovierungsbedürftig und der große Garten fast eine reine Obstbaumwiese. Das Paar arbeite zwei Jahrzehnte, um alles herzurichten und auszubauen, mit Leidenschaft und Hand in Hand. Bara hatte die gestalterischen Ideen, Robert setzte sie als Handwerker um. Mein Vater ist Schreinermeister und Restaurator und hat auf seinem Teil des Anwesens auch seine Werkstatt. Wer mehr über den Baumeister des „Lichthofs“ lesen will, kann sich www.wehners-antike-moebel.deanschauen.

 

Bara entdeckte ihre Liebe zum Garten, für Mutter Erde und den Ton. Sie studierte das Biogärtnern und die Heilkraft der Früchte und Kräuter. Nach und nach legte sie einen wahren Gartenpark an. Sie war auch eine einzigartige Keramikkünstlerin. Überall hier sind ihre Werke zu sehen (www.kunst-im-lichthof.org).

 

Durch ihre Rückkehr zu den Roots, Profession und chronische Krankheit wurde in Bara bald das Interesse an alternativen Heilmethoden der Völker dieser Erde geweckt. Als erstes faszinierten sie die Bachblüten und die bodenständige Spiritualität der nordamerikanischen Indianer. Dann entdeckte sie etwas, was alles verändern sollte: das Handauflegen, die Möglichkeit, ein Kanal für göttliche, heilende Energie zu sein und so Wesen auf ihrem Weg der Genesung zu weiterzuhelfen! Bara war sofort mit ihrem Feuereifer bei der Sache, lernte bei Anne Hoefler das Geistheilen, organisierte Heilzirkel und legte schließlich das Commitment ab, ihr ganzes Leben in den Dienst der Heilung zu stellen. Bis zuletzt war ihr dieser Eid hochheilig. Ihre Lehrerin und das Heilgebet begleiteten uns und halfen Bara auch beim ihrem Abschied von dieser Welt.

 

Bara nahm ihr Commitment wörtlich. Sie machte sich als Heilpädagogin selbstständig, legte Hilfesuchenden die Hand auf und eröffnete hier eine Praxis mit spiritueller Begegnungsstätte, nach Vorbild der englischen „Healing Center“. So wurde der „Lichthof“ geboren. Baras Heilkraft war so enorm, daß Menschen aus ganz Deutschland zu ihr kamen.Die nächsten 20 Jahre reiste sie durch die Welt, um altbewährte und neue Körperarbeit zu erlernen: die "Lomi Lomi Nui"-Massage, die "Cranio" und die "Viszerale", die thailändische "Akkupressurmassage", die traditionelle chinesische Medizin, die "Posturale Integration". Immer hat Bara auch verwandte Seelen hierher eingeladen, ihre heilsamen Wege mit ihr und ihren Gefährten zu teilen. Mit dem so gewonnen Wissen hat sie unzählige Menschen auf ihrem Weg zur Besserung begleitet und sie in ihrer Entwicklung vorangebracht. Besonders wichtig war es ihr dabei, ihr Wissen weiterzugeben, jedem zu zeigen, wie er sich selbst helfen kann – und anderen. Sie hat uns eigenständig gemacht und stets angehalten, Heilwissen auch weiterzugeben. So hat sie schließlich doch ihr idealistisches Ziel erreicht und die Welt dauerhaft verbessert.

 

Nach einer ihrer vielen Studienreisen fasste Bara einen spontanen Entschluss, der folgenschwer sein sollte. Nach einer Massageausbilung in Thailand ermunterte sie ihr Reisegefährte Georg, mit ihm noch durch Indien zu reisen. Dieser Abstecher veränderte nicht nur Baras Leben, weil sie die nächsten 15 Jahre immer wieder in dieses Land zurückkehrte sowie den Hof, weil sie einen „Bazar“ eröffnete und viele Ecken mit Kostbarkeiten aus Indien schmückte. Er bestimmte auch das zukünftige Geschick des „Lichthofs“ und seiner Familie. Denn natürlich entführte sie mich nach Indien und vieleviele Jahre später traf ich dort auf einer der unzähligen Reisen mit meiner Mutter meinen Dipak. Kaum lebten und arbeiteten wir hier alle drei gemeinsam und planten Gästehaus und Café, hat Bara zu unserer unendlichen Trauer dieses Leben abgeschlossen. Und ihre Lichtarbeit hier vor Ort. Mit der großen Arkana. Auch wenn ihre unendliche Liebe mich auf all meinen Wegen begleitet - und die meine sie auf den ihrigen - vergeht kein Tag, an dem ich sie nicht schrecklich vermisse.

 

Bei ihrer wertvollen Arbeit konnte Bara stets auf die Unterstützung ihrer Freunde und ihrer Familie bauen. Eine besondere Rolle spielte dabei ihre kleine Schwester Ennit, die viele ihrer Wege begleitete, das Büro organisierte und Lichthofdokumente auf dem PC archivierte. Leider ist sie Bara in die andere Welt vorausgegangen. Doch sie hat nicht nur in unseren Herzen, sondern auch hier eine wichtige Spur hinterlassen. Die Computerspezialistin hat den „Lichthof“ online gebracht und damit den Grundstein dafür gelegt, daß Du gerade www.lichthof.org liest! Das Fraktal im Hintergrund, in dem das Licht das Dunkel durchbricht, hat sie gemacht: meine Tante Tine, die - nur 9 Jahre älter als ich - mir mehr eine große Schwester war.

 

„Für mich ist der Lichthof mit Bara gestorben!“, musste ich mir mal anhören. Sicher, ohne Bara gäbe es den „Lichthof“ nicht. Aber sie hat ihn zu einem Wirkungsort vieler gemacht. Nun ist sie zwar weg, aber der Lichthof ist immer noch da, voll mit ihrem Spirit, ihrem Schaffen. Und er ist voll Leben. Seine Bäume und Pflanzen strotzen nur so von Kraft, seine Tiere springen munter umher und seine kleine Familie wohnt hier und arbeitet mit viel Liebe und Leidenschaft daran, seine Pracht und seine Energie zu wahren - und seine Bestimmung als heilsame Begegnungsstätte.